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REPORTS

Klinische Studien

Eine Phase-IIa-Pilotstudie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Bertilimumab (einem Antikörper gegen Eotaxin-1) beim bullösen Pemphigoid

Presented by: Sharon A. Baum, MD Tel Aviv Medical Center, Affiliated to Tel Aviv University, Tel Aviv, Israel

Anders als bei anderen blasenbildenden Autoimmunerkrankungen spielen beim bullösen Pemphigoid (BP) die Eosinophilen anscheinend eine entscheidende Rolle bei der Pathophysiologie, da sie insbesondere in den Läsionen in der oberen Dermis in hoher Anzahl nachweisbar sind. Darüber hinaus hat sich die Behandlung des BP mit IgE-Antikörpern als wirksam erwiesen. Dies ist ein wichtiger Aspekt, da Eosinophile von BP-Patienten den hochaffinen IgE-Rezeptor FcƐRI exprimieren1. Die Rolle von Eotaxin bei der Bereitstellung von Eosinophilen an entzündeten Körperstellen wurde bereits beschrieben und es konnte nachgewiesen werden, dass der spezifische Eotaxin-Rezeptor CCR3 auf Eosinophilen, Basophilen und Th2-Zellen exprimiert wird. Eotaxin-1 bindet CCR3 auf Eosinophilen und führt zur Chemotaxis und zur Degranulation. In einer Studie wurde die Expression sowohl von Eotaxin-1 als auch von CCR3 im Bereich von Hautläsionen bei Patienten mit aktivem BP und bei Kontrollpatienten mit Pemphigus vulgaris (PV) untersucht.2 In Hautproben von BP-Patienten wurde eine starke Immunmarkierung für Eotaxin-1 und CCR3 festgestellt. Die Eotaxin-Serumspiegel waren bei BP-Patienten signifikant höher als bei gesunden Probanden (= 0,003) und bei PV-Patienten (= 0,01).

Alle diese Befunde sprechen für die Rolle von Eotaxin-1 bei der Rekrutierung aktivierter Zellen an entzündeten Körperstellen beim BP. Weiterhin unterstützt die Expression von CCR3 die Hypothese, dass Th2-Zellen an der Pathogenese dieser Erkrankung beteiligt sind.

Bertilimumab ist ein Antikörper gegen Eotaxin-1 mit hoher Affinität und Spezifität für Eotaxin-1. Es inhibiert die Eotaxin-vermittelte Chemotaxis und hemmt Eotaxin-1-induzierte Konformationsänderungen.

Bewertung der Sicherheit, Wirksamkeit und pharmakodynamischen Wirkung von Bertilimumab bei Patienten mit BP.

Studientyp (NCT02226146)3

  • Phase IIa
  • Interventionell
  • Unverblindet.

Patientenpopulationen

  • ≥ 60 Jahre
  • Karnofsky Performance Status > 60 %
  • neu diagnostiziert oder unzureichendes Ansprechen auf ausschleichende Steroidtherapie
  • mittelschwere bis schwere Ausprägung des BP.

Primärer Endpunkt

  • Sicherheit.

Sekundärer Endpunkt

  • Ansprechen der Therapie, gemessen am Bullous Pemphigoid Disease Area Index (BPDAI).

Angewendete Arzneimittel

  • Drei Dosen Bertilimumab in Höhe von 10 mg/kg, alle 2 Wochen, intravenös verabreicht
    • Infundiert über einen Zeitraum von 30 Minuten
    • Begleitende Gabe von 30 mg Prednison täglich, das in Abhängigkeit des klinischen Ansprechens bis auf 2,5 mg ausgeschlichen wurde.

Primärer Endpunkt

Bertilimumab wurde gut vertragen, es traten 4 unerwünschte Ereignisse (UE) auf, die von 3 Patienten gemeldet wurden und die wieder zurückgingen. Die UE waren mild ausgeprägt, nur eins war schwerwiegend, hing aber nicht mit dem Arzneimittel zusammen (Exazerbation einer peripheren Gefäßkrankheit, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machte).

Sekundärer Endpunkt

Der BPDAI total activity index reduzierte sich um 85 % (= 0,0096). Dabei kam es bei allen Patienten zu einer Verbesserung von über 50 %. 4 von 6 Patienten zeigten eine Verbesserung von über 90 %. Zusätzlich wurden durch das Ausschleichen von Prednison, das von 26 mg (0,3 mg/kg) auf durchschnittlich 9 mg (0, 1mg/kg) bei der letzten Untersuchung reduziert wurde (= 0,0145), bei den Studienteilnehmern mehr als 2,5 mg Prednison pro Tag über einen Zeitraum von 84 Tagen eingespart.

Schlussfolgerungen

  • In dieser Studie wurde die Sicherheit und Verträglichkeit von Bertilimumab bei Patienten mit BP nachgewiesen, die auf eine Behandlung mit niedrigen Dosen von Steroiden nicht ausreichend angesprochen hatten.
  • Außerdem wurden leicht ausgeprägte UE und eine signifikante Reduktion des BDPAI festgestellt.


REFERENCES

Offenlegungserklärung der Referentin: Der Referent hat über Honorare von Immune Pharmaceuticals berichtet.

Aufgezeichnet von: Debbie Anderson, PhD

Überprüft von: Victor Desmond Mandel, MD


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